Was ist passiert? Zu Beginn der Corona-Pandemie haben zahlreiche Unternehmen ihre Suche nach neuen Büros zurückgestellt und die vorher ununterbrochene hohe Nachfrage ging deutlich zurück. Vergleicht man die beiden Jahre 2019 und 2020 fiel der Flächenumsatz in Köln deutlich um mehr als 20% ab. 

Viele Unternehmen reagieren verhaltend und warten ab. Auch im Hinblick auf das Thema homeoffice und flexibles arbeiten werden häufig Mitarbeiterbefragungen durchgeführt und bei Neueinstellungen verstärkt auf softfacts wie worklife balance Rücksicht genommen. Der zukünftige Bedarf an Büroflächen wird so von den Unternehmen neu eruiert und bewertet.

Wie schaut der Markt aktuell aus? Wenn man sich die Marktzahlen und den Flächenumsatz anschaut erkennt man auf den ersten Blick eine deutliche Steigerung von ca. 50% des Flächenumsatzes im Vergleich zu Q2 2020 zu Q2 2021. Bei genauer Betrachtung der einzelnen Abschlüsse, erkennt man allerdings, dass davon knapp 40 % auf Behörden, öffentlichen Dienst und Verwaltung und damit nicht von der Pandemie betroffene Unternehmen ausmachen. Bei einer Bereinigung diesen Wertes wird das vorsichtige Agieren von Unternehmen nochmal deutlich unterstrichen. 

Viele aktive Gesuche kommen aus dem systemrelevanten Bereich, teilweise sind Branchen vertreten, die es vor Corona aufgrund der geringen Leerstandsquote deutlich schwerer hatten eine Gewerbefläche anzumieten und immer in Konkurrenz mit dem klassischen Büronutzer standen. 

Die Leerstandsquote ist in Köln durch die Pandemie zwar leicht gestiegen, dennoch gibt es immer noch deutlich zu wenig Flächen für ein gesundes Wachstum. Bei einigen Projekten verzögert sich die Fertigstellung und viele der im Bau befindlichen Büros sind nahezu vollvermietet. Dies deutet alles daraufhin, dass der Markt nicht zeitnah von Büros überschwemmt wird und das Büro ein relikt aus der Vergangenheit ist. Für das laufende Jahr und je nach weiterem Verlauf der Pandemie, gehen wir aufgrund der geschilderten Thematik von einer normalen Bewegung am Markt aus und auch eine weitere Reduzierung der Leerstandsquote.